Als Ursprung der Wredow-Kunstsammlung ist eine Kollektion von Gipsabgüssen anzusehen, die der Bildhauer August Wredow seiner Geburtsstadt Brandenburg an der Havel im Winter 1870/71 schenkte. Auf Grund dieser Schenkung kam Wredow in Kontakt mit dem Gründer der seit 1870 bestehenden gewerblichen Zeichenschule, August Köpke (1834-1915) und fokussierte fortan seine Unterstützung auf diese künstlerische Bildungseinrichtung, die schon bald seinen Namen trug und 1883 den institutionellen Rahmen einer Stiftung erhielt.

Im Jahr der staatlichen Anerkennung der Stiftung, 1886, umfasste ihre Kunstsammlung folgende Abteilungen: eine „Ornamentensammlung, ca. 3.300 Blatt“, eine „Sammlung von Oelgemälden, Aquarellen und Handzeichnungen“ mit 53 Ölgemälden, eine „Kupferstichsammlung, ca. 5.000 Blatt“, eine „Sammlung von Marmorsculpturen, Gypsabgüssen, Bronzefiguren und Holzschnitzereien“, eine „Sammlung kunstgewerblicher Gegenstände“ und eine „Gemmensammlung“ (Verwaltungsbericht Brandenburg/Havel 1886/87, S. 4f.).

Nach Wredows Tod im Jahr 1891 vergrößerte sich der Sammlungsbestand beträchtlich um die bisher in seinem Privatbesitz befindlichen Kunstwerke, die er der Stiftung vererbte. Auch in den folgenden Jahren wuchs die Kunstsammlung durch Ankäufe und Schenkungen, am bedeutendsten durch den künstlerischen Nachlass des aus der Stadt Brandenburg stammenden Malers Gustav Metz (1816-1853).

Seit 2017 wird die Wredow-Kunstsammlung neu erfasst und schrittweise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bisher sind die Ornamentsammlung komplett, große Teile der Grafik- (Kupferstich-)Sammlung und einzelne Objekte des Metz-Nachlasses erfasst worden. Die, in ihrer Vollständigkeit äußerst seltene, Sammlung von Werken des populärsten deutschen Kupferstechers, Grafikers und Illustrators des 18. Jahrhunderts, Daniel Chodowiecki (1726-1801) wird zurzeit im Rahmen des Erfassungsprojektes bearbeitet. Auf Grund des aktuellen Prozesses ist die Nutzung der Kunstsammlung für wissenschaftliche, publizistische und andere Zwecke derzeit nur stark eingeschränkt möglich.

Beispiele von Objekten aus der Wredow-Kunstsammlung werden auf der Plattform museum digital: brandenburg präsentiert.



Alle Ausstellungstücke finden Sie hier:
https://brandenburg.museum-digital.de/index.php?t=institution&instnr=75